Portrait / Kultur

Nünichlingler und Wienachtschindli
Seit jeher verkleiden sich am Heiligenabend die 14- und 15-jährigen Knaben mit schwarzen Pellerinen und weissen Bärten zu "Nünichlingler" und die gleichaltrigen Mädchen mit weissen Röcken und Schleiern zu "Wienachtschindli". Die "Nünichlingler" gehen von Haus zu Haus und läuten mit ihren, um den Hals hängenden Kuhglocken vor jeder Haustür bis jemand öffnet und ihnen eine "Batzen" in die grosse ausgehölte Kürbis gibt. Die "Wienachtschindli" gehen in alle Häuser und singen 2 bis 3 Weihnachtslieder. Zudem beschenken sie die kleinen Kinder mit Mandarinen und Erdnüssen. Zum Dank für den Gesang erhalten auch sie eine Spende. Das Geld, das die Kinder bekommen, wird aufgeteilt Einen Teil kann jedes Kind behalten. In den letzten Jahren wurde immer auch ein grosser Beitrag an eine gemeinnützige Institution einbezahlt.
Das Theater
Alle zwei Jahre, im Januar, findet auf dem Lampenberg das traditionelle Volkstheater statt. Abwechslungsweise wird dieser Anlass vom Musikverein oder vom Gemischten Chor durchgeführt. Bis 1986 führten die Laienspieler ihr Theater auf der kleinen Bühne des Restaurants Reblaube auf. Der Saal, der nur etwa 150 dichtgedrängten Personen Platz bot, strahlte jedoch eine familiäre Atmosphäre aus, eben echt Dorftheater. Heute findet das Theater in der Mehrzweckhalle statt.
Schulglöcklein
Auf dem Lampenberg ist es noch Tradition, dass das Schulglöcklein von Hand geläutet wird und zwar zu folgenden Stunden: 07.45 Uhr, 11.00 Uhr und 13.15 Uhr, dies jedoch nur während der Schulzeit. Da wir keine Kirche besitzen, läutet das Schulglöcklein auch die Gottesdienste und die Beerdigungen ein. Früher wurde noch um 15.00 Uhr im Winter und um 16.00 Uhr im Sommer geläutet, (Versperglöcklein), zudem beim Einnachten (Betzeitglöcklein) Dies bedeutete damals das sorfortige Nachhause gehen für die Dorfjugend und wurde vom Dorfschulmeister kontrolliert. Heute wird das Schulglöcklein ausschliesslich von Schülern geläutet, während früher auch der Lehrer damit beauftragt war.
Banntag
Alle zwei Jahre führt die Bürgergemeinde den allseits beliebten Banntag durch. Am Vormittag besammelt sich die Dorfbevölkerung und die auswärtigen Bürger auf dem Schulhausplatz. Der Gemischte Chor und der Musikverein eröffnen dann den Banntag. Der Bürgerratspräsident begrüsst die anwesenden "Banntägler" Mit Marschmusik begibt man sich anschliessend an die Gemeindegranze, dem Ausgangspunkt zweier Routen. Die eine Rotte marschiert die obere Hälfte der Gemeindegrenze ab, während die andere Rotte, die untere Hälfte der Banngrenze abschreitet. Beim Treffpunkt der beiden Rotten erhält jeder Teilnehmer eine schmackhafte Gratisverpflegung. Zusätzlich wird eine kleine Festwirtschaft geführt.